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Achtsamkeit in Krisenzeiten

Aus gegebenem Anlass möchte ich heute auf das Thema Achtsamkeit eingehen. Wir befinden uns momentan in einer Zeit der Unsicherheit, wo viele Menschen um ihre Existenz fürchten und uns soziale Isolation in Einsamkeit stürzen kann. Umso wichtiger ist es, in dieser Zeit auf die eigene Psyche zu achten. Denn nur wenn wir ganz bei uns selbst sind und achtsam mit unseren Mitmenschen umgehen, schaffen wir es, gestärkt aus der aktuellen Situation herauszukommen.

 

Achtsamkeit bedeutet sowohl körperlich als auch mental im Hier und Jetzt zu sein. Es geht darum, mit allen Sinnen ganz bei dem zu sein was man tut, anstatt sich über die Vergangenheit oder Zukunft Gedanken zu machen. Der Molekularbiologe Jon Kabat-Zinn entwickelte in den 1970er Jahren ein Programm zur Stressbewältigung namens Mindfulness-Based Stress Reduction (kurz MBSR – auf deutsch Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion). Darin wird Achtsamkeit als eine Haltung angesehen, die wohlwollend, akzeptierend, nicht urteilend, nicht wertend, unvoreingenommen, offen und neugierig ist und sich auf den gegenwärtigen Moment bezieht.

 

In manchen Situationen fällt es uns relativ einfach achtsam zu sein, beispielsweise wenn wir einem Hobby nachgehen. Dabei fühlen wir uns glücklich und entspannt. Außerdem können wir hier unsere maximale Leistungsfähigkeit abrufen. Im beruflichen Alltag führt Stress meistens dazu, dass wir von diesem Zustand der Achtsamkeit abkommen und unser Gehirn in einen Reaktionsmodus verfällt. Dadurch beginnen wir zu grübeln oder andere zu verurteilen. Befindet sich unser Gehirn im Fight-or-Flight-Modus, ist es fast unmöglich, Zugang zu kreativen Lösungsmöglichkeiten zu finden.

 

In diesen Situationen hilft es, Achtsamkeit zu trainieren. Die Übung besteht einfach darin, uns bewusst auf das Tun im Jetzt zu fokussieren. Falls uns Gedanken oder Gefühle abschweifen lassen, brauchen wir sie nicht zu unterdrücken. Es reicht, diese zu akzeptieren und als das wahrzunehmen was sie sind, sie weiterziehen zu lassen und uns wieder auf das Hier und Jetzt zu fokussieren. Durch das ständige Bewusstmachen und Erkennen von Gedanken und Gefühlen fällt es uns mit der Zeit immer leichter, ins Jetzt zurückzukehren. Wir beginnen damit, unser Gehirn neu zu verknüpfen (siehe auch Neuroplastizität) und entwickeln Resilienz, wodurch wir Krisen besser bewältigen können.

 

Auf der Plattform FutureLearn wird momentan ein Gratis-Onlinekurs zum Thema Achtsamkeit für Wohlbefinden und Spitzenleistung angeboten (auf englisch). Für weitere Fragen, Übungen, etc. zu dem Thema stehe ich auch gerne persönlich zur Verfügung.

 

Link zum Onlinekurs

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