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The Code of the Extraordinary Mind | Teil 4: 6-Phasen Entspannungsübung

Im letzten Teil meiner Buchpräsentation zu „The Code of the Extraordinary Mind“ habe ich die 12 Bereiche der Balance vorgestellt. Mithilfe einer kurzen Übung kann man Lebensbereiche aufdecken, in denen man das vorhandene Potenzial auf Grund von entkräftenden Glaubenssätzen bisher nicht ausschöpfen konnte. Um neue Glaubenssätze zu verinnerlichen und das Leben nachhaltig zum Positiven zu verändern, empfiehlt Vishen Lakhiani eine Entspannungsübung, die täglich durchgeführt werden kann und auf welche ich hier näher eingehen werde.

 

Die 6-Phasen Entspannungsübung

Die sogenannte 6-Phasen Entspannungsübung basiert auf dem Grundgedanken, dass man sowohl im Jetzt glücklich sein als auch eine Vision für die Zukunft haben soll, um sich effektiv weiterzuentwickeln. Die ersten 3 Phasen fokussieren sich auf das glücklich sein im Jetzt, die anderen 3 auf die Vision für die Zukunft (siehe Abbildung 1). Ein Vorteil dieser Meditationsübung ist, dass der Verstand während der Übung ständig aktiv ist, was den Einstieg vor allem für Meditationsneulinge erleichtert.

 

 

Abbildung 1: Die 6-Phasen Entspannungsübung nach Vishen Lakhiani

 

Grundsätzlich lässt die Methode viel Freiraum. Wie bei jeder Meditation ist es ratsam, sich eine fixe Tageszeit einzuplanen (ich persönlich bevorzuge es, am Morgen nach dem Aufstehen zu meditieren), eventuell einen eigenen Meditationsbereich zu schaffen und vor allem während der Übung fokussiert zu bleiben.

 

Wenn man die Übung zum ersten Mal durchführt, sollte man nur mit Phase 1 beginnen, am nächsten Tag Phase 2 hinzunehmen, bis man nach 6 Tagen die volle 6-Phasen Meditation durchführt.

 

Phase 1: Mitgefühl

Denke an jemanden, den du aufrichtig liebst. Während du an diese Person denkst (Partner, Eltern, Kind, Freund, Mentor, Haustier, etc.), mache dir eine geistige Notiz dieses aufsteigenden Gefühls von Mitgefühl und Liebe. Dieser Eindruck bildet deinen Anker.

 

Nun stell dir diese Liebe als Blase vor, die dich umgibt. Diese Blase wächst und wächst, bis sie den ganzen Raum ausfüllt. Falls eine andere Person in diesem Raum ist, stell dir vor, dass auch sie in diese Blase von Mitgefühl und Liebe eingehüllt wird.

 

Nun stell dir vor, dass diese Blase das gesamte Gebäude umgibt. Übertrage dieses Gefühl auf alle Personen, die sich darin befinden. Du kannst dir dabei in deinem Kopf vorsagen: „Ich sende euch Mitgefühl und Liebe und wünsche euch alles Gute!“

 

Nun stell dir vor, dass diese Blase die gesamte Nachbarschaft ausfüllt...

Die gesamte Stadt...

Das ganze Land...

Den Kontinent...

Schließlich den gesamten Planeten Erde.

Sende Mitgefühl und Liebe an alle Lebewesen innerhalb der Blase.

 

Phase 2: Dankbarkeit

Denke an 3 bis 5 Dinge, für die du dankbar bist in deinem persönlichen Leben. Dies kann auch etwas Einfaches sein wie zum Beispiel eine warme Tasse Kaffee.

 

Als nächstes denke an 3 bis 5 Dinge, für die du dankbar bist in deinem Arbeitsleben. Dies kann z.B. eine entspannte Anreise, deine Arbeitskollegen oder dein Chef sein.

 

Nun zum wichtigsten Teil: denke an 3 bis 5 Dinge, für die du dankbar bist an dir selbst. Welche Eigenschaften an dir schätzt du besonders (z.B. dein Selbstbewusstsein, dein Intellekt, etc.)? Uns selber wertschätzen ist etwas, das wir alle häufiger tun sollten.

 

Phase 3: Vergebung

Denke an eine bestimmte Person oder ein Ereignis aus deiner Vergangenheit; eine Situation, an der du noch nagst. Diese Person kannst auch du selber sein.

  • Schritt 1: Stelle dir die Situation vor, die du durchspielen möchtest (dies kann zum Beispiel eine jüngere Version von dir selber sein).
  • Schritt 2: Erlaube dir, den Schmerz und die Wut in dieser Situation zu fühlen (nicht länger als 2 Minuten).
  • Schritt 3: Verzeihe und liebe, indem du folgende Fragen stellst: Was habe ich daraus gelernt? Wie hat diese Situation mein Leben verbessert? Was kann dieser Person in der Vergangenheit passiert sein, dass sie mir so etwas antut?

 

Wenn du dir diese Fragen stellst, lernst du, die Dinge aus der Perspektive anderer Personen zu sehen. Die Vergebung muss nicht sofort kommen, du musst sie nur zulassen. Dazu braucht es Übung.

 

Phase 4: Zukunftsträume

Denke zurück an die drei Fragen:

  1. Welche Erfahrungen möchte ich sammeln?
  2. Wie möchte ich persönlich wachsen?
  3. Welchen Beitrag an meine Umwelt möchte ich leisten?

Denke an eine dieser drei Fragen (bzw. an eines deiner Ziele) und erlaube dir einfach tagzuträumen. Versetze dich in deine Zukunft (z.B. in 3 Jahren) und fühle dich in die Emotionen rein, die du erlebst, zum Beispiel die Aufregung beim Bereisen eines neuen Landes.

 

Um dich beim Visualisieren zu unterstützen, kannst du dir beispielhaft folgende Fragen stellen: Warum kann ich so einfach neue Länder bereisen? Warum bin ich so erfolgreich in Liebesbeziehungen?

 

Phase 5: Der perfekte Tag

Stelle dir folgende Frage: Was kann ich heute tun, um meinem Ziel näher zu kommen? Jetzt versetze dich in den Tagesablauf hinein: der Weg zur Arbeit, die Besprechung mit deinem Team, deine Aufgaben für den Tag, weiter zur Heimfahrt, bis zum Buch, das du vor dem Schlafengehen lest. Stelle dir jeden dieser Momente vor, als ob er perfekt wäre. Folgende Fragestellung kann hierbei helfen: „Wäre es nicht wunderbar, wenn... (ich z.B. eine entspannte Anreise in die Arbeit hätte)?“

 

Phase 6: Der Segen

Egal, ob du religiös bist oder nicht, stelle dir eine höhere Macht vor, die dich bei deiner Aufgabe unterstützt (diese höhere Macht kann auch aus deinem Inneren kommen). Fühle, wie diese Macht deinen Körper durchfließt, vom Kopf über die Stirn, Augen, Gesicht, Nacken, Schultern, Arme, Bauch, Hüfte, Oberschenkel, Beine bis hin zu den Füßen. Stelle dir vor, dass diese Macht dich schützt und umgibt und dich auf dem richtigen Pfad zu deinen Träumen hält. Danke dieser Macht und fühle dich bereit für den Tag.

 

Diese Übung kannst du jeden Tag für dich durchführen. Sie vereint die Vorteile klassischer Meditationsübungen mit kraftvollen Visualisierungen der Zielarbeit. Zur Unterstützung findest du z.B. auf YouTube Anleitungen für diese Entspannungübung.  Damit bin ich am Ende meiner Buchpräsentation zu „The Code of the Extraordinary Mind“ angelangt. Im Buch wird noch genauer auf die einzelnen Konzepte eingegangen bzw. wurden hier einige Details und Passagen bewusst ausgelassen. Falls dich die hier gezeigten Konzepte zur Persönlichkeitsentwicklung interessieren, kannst du auch die Mindvalley-Website besuchen (Autor Vishen Lakhiani ist der Gründer von Mindvalley).

 

Teil 1: Der Bewusstseinskreis

Teil 2: Selbstbestimmte Zielsetzung

Teil 3: Ein Leben in Balance

 

Link zum Buch (englisch)

Link zum Buch (deutsch)

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