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Achtsamkeit im Zeitalter der Digitalen Revolution | Teil 4: Empfehlungen für die Zukunft

Folgender Artikel ist ein Ausschnitt meiner Arbeit zum Thema „Achtsamkeit im Zeitalter der Digitalen Revolution“. Wie bereits erwähnt, kann uns Achtsamkeit dabei helfen, den von Informationsflut und Multitasking geprägten Alltag besser zu meistern und Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Nachfolgend sind einige Tipps für eine bewusstere Gestaltung des Umgangs mit digitalen Technologien im beruflichen und privaten Leben angeführt:

  1. Auf den Körper achten: Unser körperliches Wohlbefinden hat unmittelbaren Einfluss auf unsere mentale Fitness. Eine gesunde Ernährung, für die wir uns bewusst Zeit nehmen und regelmäßige Bewegung – auch während der Arbeit vor dem PC (z.B. ein zweiminütiger Spaziergang jede Stunde) – beugen nicht nur Krankheiten vor, sondern steigern auch unsere Disziplin im Umgang mit digitalen Geräten.
  2. Das eigene Suchtverhalten verstehen: Jede/r von uns, die/der ein Smartphone in der Hosentasche herumträgt, ist potenziell gefährdet, da diese Geräte darauf ausgelegt sind, uns süchtig zu machen. Das Verstehen der suchtauslösenden Mechanismen digitaler Angebote kann uns helfen, diesen zu widerstehen. Eine gute Übung wäre, vor der Nutzung des PCs oder Smartphones, eine Minute davor zu sitzen und sich der wirkenden Mechanismen bewusst zu werden.
  3. Die digitale Diät im Auge behalten: Wir sollten unseren Gewohnheiten im Umgang mit digitalen Medien ebenso Beachtung schenken, wie unserer Ernährung. Anstatt Digital Detox zu betreiben, sollte man sich bewusst machen, welche digitalen und mentalen Aktivitäten uns nähren, und welche uns in einen Strudel aus Angst und Verzweiflung treiben. Selbstkenntnis (über die eigenen Muster, Triggerpunkte und Ressourcen) macht uns handlungs- und widerstandsfähiger. Man kann zur Reflexion z.B. ein Tagebuch führen, um die eigene Mediennutzung und deren Auswirkungen zu dokumentieren.
  4. Bewusste Offline-Zeiten festlegen: Ein konkreter Plan kann dabei helfen, Offline- und „Muße“-Zeiten festzulegen. Digitale Technologien sollen nur dort zum Einsatz kommen, wo ihre Stärken voll zum Tragen kommen und aus anderen Lebensbereichen möglichst komplett herausgehalten werden. Beispielsweise sollten zwei Stunden vor dem Schlafengehen keine beleuchteten Displays mehr benutzt und digitale Endgeräte aus dem Schlafzimmer verbannt werden. Die Erwartungshaltung anderer kann herabgesetzt werden, in dem man Freunde und Familie vorab informiert, dass man nicht sofort auf E-Mails und Textnachrichten antwortet.
  5. Sinnvollen Tätigkeiten nachgehen: Das Beisteuern und anderen Menschen etwas geben ist eine Qualität des Menschseins, die uns tief befriedigt. Wenn wir Sinnhaftigkeit im eigenen Tun finden (z.B. durch Unterstützung gemeinnütziger Organisationen) beugen wir Einsamkeit vor und sind resistenter gegenüber Suchtverhalten.
  6. Achtsamkeit trainieren: Je mehr Unsicherheit und Beschleunigung im Außen, desto mehr Sicherheit und Ruhe bedarf es im Inneren. Regelmäßige Meditation kann dabei helfen, den gegenwärtigen Moment zu akzeptieren und die Fear of Missing Out zu bremsen. Durch Achtsamkeit wird auch ständiges Multitasking unterbunden und unsere Kreativität und Resilienz gefördert.

Achtsamkeit ist also nicht bloß ein neuer Lifestyle-Trend, sondern essenziell im Umgang mit der zunehmenden Digitalisierung. Dieselbe Entschlossenheit, mit der wir fremde Kulturen, unbekannte Spezies und entfernte Planeten versuchen zu verstehen, sollte auch dafür aufgewendet werden, unseren eigenen Verstand besser kennenzulernen. Andernfalls werden Algorithmen künftig unsere Entscheidungen für uns treffen.

 

Teil 1: Suchtverhalten

Teil 2: Schlafstörungen

Teil 3: Multitasking

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